Hochsensibilität

Der Begriff “highly sensitive person” wurde in den 90er Jahren von der amerikanischen Psychologin Dr. Elaine Aron formuliert.

Die moderne Hirn- und genetische Forschung hat dann festgestellt, daß 20 % der Menschen – und auch der Tiere – hochsensible Wesen sind und betrachtet diesen Wesenszug als eine evolutionäre Entwicklung.

Jeder fünfte in Deutschland hat demnach eine erhöhte Empfindsamkeit, was als ein Wesenszug und nicht als eine Störung oder Erkrankung zu verstehen ist.

Hochsensibilität ist nicht gleichzusetzen mit Mimosen, die nicht alltagsfähig oder belastbar sind, ganz im Gegenteil! Hochsensible haben besondere Gaben, die sie hochleistungsfähig in ihren speziellen Nischen machen. Dazu ist es jedoch essenziell, sein Potential zu kennen und damit umgehen zu können, wie im übrigen mit allen Potentialen, die Menschen haben können.

Ein hochsensibler Mensch besitzt eine viel feinere und detaillierte Wahrnehmung als der Durchschnitt. Dies liegt daran, daß seine Sinnesreize weniger gefiltert, also intensiver wahrgenommen werden. Alle Eindrücke werden dadurch ausführlicher und tiefer verarbeitet.

Die hohe Sensibilität kann sich in verschiedenen Bereichen zeigen. Viele Hochsensibilität sind sensorisch sensibel. Sie haben eine feine Sinnes- wahrnehmung und reagieren stark auf Geräusche, Gerüche, Licht und Farbe.

Andere nehmen besonders die Feinheiten in zwischenmenschlichen Bereichen wahr, sind also emotional sensibel.

Es gibt auch kognitiv sensible Menschen, die ein starkes Gefühl für Logik und komplexe Zusammenhänge haben.

Die hohe Sensibilität kann sich bei einem Menschen in allen Gebieten zeigen, meist gibt es einen Schwerpunkt.

Da insgesamt die Reizschwelle tiefer liegt kann das schneller zu Reizüberflutung führen, wenn nicht genug Zeit oder innere Bereitschaft für die Verarbeitung und Integration der Reize zur Verfügung stehen.

Hier können betroffene Menschen wie “verbrennen”, und es kann sich ein Burnout, eine Depression, eine Panik- oder Angststörung oder auch eine psychosomatische Schmerzstörung entwickeln.

Hochsensible Menschen brauchen daher eine gute Abschirmung und eine gute Balance zwischen Zeit und Kraft, welche sie nach außen geben und welche sie für sich nach innen investieren.

In Situationen, in denen eine erhöhte Aufmerksamkeit hilfreich ist, haben hochsensible Menschen einen Vorzug. Sie nehmen Sachen in ihrer Umwelt wahr, welche von anderen Menschen nicht wahrgenommen werden können.

Hochsensible Menschen wissen lange Zeit nicht, daß nur sie diese Wahrnehmung haben, da diese für sie als völlig normal wahrgenommen wird. Das kann auf der einen Seite eine Gabe sein, auf der anderen Seite kann es sowohl für sie als auch für andere Menschen irritieren oder verwirren.

Hochsensibilität ist eine angeborene Veranlagung. Mein Angebot ist daher darauf ausgerichtet, daß diese wertvollen Gaben und die eigene Wesensart angenommen und wertgeschätzt werden kann und ihren guten Platz in unserer Gesellschaft findet. Hierbei kann ich Ihnen Folgendes anbieten:

  • Fundiertes Wissen über die Persönlichkeit von Hochsensiblen, auch zum Verstehen der eigenen Biografie
  • Testverfahren
  • Praktische Übungen zur Schulung der Wahrnehmung, Filtrieren von Reizen, Erdung und Zentrierung, Ressourcen erkennen und einsetzen
  • Umgang mit Hochsensibilität im Alltag, in der Arbeit und in Beziehungen
  • Anregungen zu den Fragen, wie man die Kraft der Hochsensibilität gut ins Leben bringt, was hier für ein erfülltes Leben gebraucht wird und wie man seine Qualitäten optimal einsetzen kann

Hier noch eine Auswahl der Wesenszüge von hochsensiblen Menschen, falls Sie eine Vermutung haben, daß Sie sich hier wieder erkennen können:

  • Intensives Erleben und Wahrnehmen
  • gesteigertes Einfühlungsvermögen in andere (Empathie)
  • verstärkte Beeinflussbarkeit durch die Gefühle anderer
  • lebendigere Vorstellungskraft
  • ausgesprochenen Intuition
  • Denken in größeren Zusammenhängen, verstärkte Neigung zum Hinterfragen, Suche nach Sinnhaftigkeit
  • Erhöhte Gewissenhaftigkeit beim Handeln
  • Neigung zu Perfektionismus bei erhöhter Sensibilität für Fehler und Ungerechtigkeiten
  • Veränderungen fallen unter Umständen schwerer
  • Selbstwertprobleme aufgrund von Erfahrungen der Zurückweisung und Ablehnung – Gefühl des „Andersseins“
  • Erhöhtes Risiko für psychische und psychosomatische Erkrankungen, etwa Angststörungen, Depressionen und Burnout, Traumafolgestörungen oder somatoforme Schmerzstörungen