PITT – Psychodynamisch Imaginative Trauma Therapie

Was ist PITT?

PITT ist eine Traumatherapie zur Behandlung von Traumata die in der Kindheit bzw. in frühen Beziehungen erlebt wurden.

PITT arbeitet mit Imaginationen, also heilenden Vorstellungen.

Auswahl meiner Anwendungserfahrungen:

  • Für Menschen, die sich vor Autoritäten, aber auch den eigenen Eltern oder Partnern gegenüber wiederholt wie ein Kind fühlen und verhalten
  • Zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsreaktionen (PTBS)
  • Für Menschen mit traumatischen Erfahrungen in zwischenmenschlichen Beziehungen, so genannten Bindungstraumata
  • Für Menschen, die traumatische Erfahrungen bereits in frühem Alter erfahren haben:
    Es ist nie zu spät für eine bessere Kindheit!
  • Für Menschen, die mit einem inneren Gefühl der Not durch ihr Leben gehen müssen, weil alte Wunden und „offene Rechnungen“ sich nicht schließen lassen, und man sich dennoch nach einer Verheilung der verletzten Gefühle und Bedürfnisse sehnt
  • Für Menschen, die den Körper in die therapeutische Arbeit mit einbeziehen wollen, ohne daß der Körper berührt werden muß
  • Für das therapeutisches Arbeiten mit Introjekten (verletzenden Persönlichkeitsanteilen)

Wie kann ich mir eine Therapie mit PITT vorstellen?

PITT ist ein dreistufiges Therapiekonzept

Die erste der Behandlungsstufen ist: Die Stabilisierung

Voraussetzung für das Verarbeiten von traumatischen Erfahrungen ist das Vorhandensein von äußerer wie auch innerer Stabilität.

PITT bietet hierfür ein umfangreiches Angebot an Stabilisierungsübungen. Überwiegend sind dies imaginative Übungen, also Übungen mit hilfreichen inneren Vorstellungen, die entlastend, beruhigend und entspannend wirken. Diese sind z.B. die Vorstellung eines „sicheren Ortes“, der gezielt und individuell erstellt wird und der z.B. das meist verloren gegangene Gefühl von Sicherheit wieder stabilisiert.

Zudem arbeitet PITT in wertschätzender Weise mit den bereits vorhandenen Ressourcen, also konstruktiven Eigenschaften und Fähigkeiten, die bisher erfolgreich dienten, um kritische Lebensphasen zu meistern. Diese Ressourcen werden gemeinsam gesucht – und gefunden. Sie sind einem vielleicht nicht immer bewußt, aber sie sind da, und es ist meist schon ein sehr schöner und auch schon heilsamer Prozeß, sich dieser bewußt zu werden, um sie dann einzusetzen.

Hintergrund dieser ressourcenorientierten Arbeitsweise ist, daß es sich immer wieder zeigt, daß es wesentlich erfolgreicher und einfacher ist, in belastender Zeit das schon vorhandene Vermögen auszubauen, als ganz neue Dinge erlernen zu müssen.

Die zweite Stufe: Die Verarbeitung

PITT arbeitet zur Verarbeitung der belastenden Erfahrungen mit so genannten inneren Anteilen, auch „therapeutisches Arbeiten mit dem innern Kind“ genannt.

PITT geht dabei jedoch nicht von EINEM inneren Kind aus, sondern von jeweils zu den traumatischen Erfahrungen passende „jüngeren verletzten Anteilen“. Diese werden in gezielt geführter innerer Vorstellstellung aufgesucht und dann in Imaginationen mit dem versorgt, was damals gefehlt hat.

Mitgefühl und Trost, aber auch Anerkenntnis des geschehenen Unrechts werden im Umgang mit den jüngeren verletzten Teilen stark betont.

Darüber hinaus arbeitet PITT auch mit „verletzenden Anteilen“, die man im Fachbegriff auch Introjekte oder „Täter – imitierende Anteile“ nennt.

Unter Introjektion versteht man das In-Sich-Aufnehmen von Verhaltensweisen und Glaubenssätzen, die meist passiv, also ohne freie Entscheidung durch den Umgang mit Tätern verinnerlicht wurden. In Extremfällen zeigen sich Introjekte auch als so genanntes „Täter imitierendes Verhalten“, also das Wiederholen des Täterverhaltens sich selbst oder anderen gegenüber .

Lautet beispielsweise ein Glaubenssatz (Introjekt) einer wichtigen Bezugsperson aus der Kindheit „Du darfst nicht weinen“, so kann der innere Anteil, der das vertritt, in der Therapie nach und nach umlernen, bis das neue, eigene Galube vielleicht lautet „Du darfst weinen, wann immer Du das empfindest“.

Introjekte bestehen nicht darauf zu bleiben, man kann sie ändern oder auffordern zu gehen.

Die dritte Behandlungsstufe: Die Trauma-Integration

Trauma-Integration kann erfahren werden durch eine Trauma-Konfrontation. PITT bietet hier im geschützten therapeutischen Rahmen einen Bild-für-Bild-Betrachtungs-Prozeß auf einem gedachten Bildschirm an. Dies sichert zum einen die Distanz zum Geschehen und ermöglicht, daß die einstige Überflutung ersetzt wird mit der Möglichkeit, Szene für Szene zu verarbeiten und zu integrieren.

Interessanterweise zeigt es sich aber, daß es in den wenigsten Fällen erforderlich ist, sich mit dem traumatischen Erlebnis selbst noch einmal zu konfrontieren, um die traumatische Erfahrung zu verarbeiten, außer es ist der ausdrückliche Wunsch des Klienten.

Für viele Klienten ist es eher eine große Entlastung, daß Traumabehandlung und – verheilung mit den heutigen Methoden nicht mehr auf eine Traumakonfrontation angewiesen ist.

Unter Traumaintegration versteht man daher bei PITT vor allem das Annehmen der traumatischen Erfahrung als erlebtes aber verheiltes Ereignis in der eigenen Biografie. Hier kann es auch um das Gestalten eines erfüllten Lebens gehen, nachdem schweres Leid nicht mehr der dominierende Teil des Lebens ist.

Wissenswertes über PITT

PITT steht für „Psychodynamisch Imaginative Trauma Therapie“.
Sie wurde von Frau Prof. Dr. Luise Reddemann entwickelt.

Luise Reddemann ist Nervenärztin und Fachärztin für psychotherapeutische Medizin. Bis 2004 leitete sie viele Jahre die Klinik für psychotherapeutische und psychosomatische Medizin am Johannes-Krankenhaus in Bielefeld.

Die Traumatherapie von Luise Reddemann ist tiefenpsychologisch fundiert, hat aber auch systemische Ansätze und viele Elemente aus der Hypnotherapie übernommen und diese an die besonderen Bedürfnisse traumatisierter Menschen angepaßt.

Frau Reddemann gilt zu Recht als eine der führenden Expertin auf dem Gebiet der Traumatherapie. Mutig und mit viel Pioniergeist hat sie eine sehr wirksame und ganzheitliche Methode entwickelt, die sie darüber hinaus stetig den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen anpaßt und weiter entwickelt.