EMI – Eye Movement Integration

Was ist EMI?

EMI ist eine Traumatherapie.

EMI ist eine Methode  die mit Augenbewegungen arbeitet. Sie ist damit ähnlich wie EMDR – und doch ganz anders.

Auswahl meiner Anwendungserfahrungen:

  • Schocktrauma, also wenn die traumatische Erfahrung ein singuläres, einschneidendes, belastendes Ereignis war, wie z.B. ein Unfall
  • Gewalterfahrungen jeder Art – körperlich, emotional, verbal, sexualisiert
  • Verarbeitung von Verlust und Trauer
  • Entkopplung von automatisierten Angstreaktionen, Beenden von spezifischen Ängsten
  • Erlebnisse, die von Ohnmacht und Hilflosigkeit geprägt waren
  • anhaltende negative Erinnerungen
  • Streßreduzierung
  • Versagen
  • Mobbing
  • Ressourcenaktivierung, also die Aktivierung der eigenen Fähigkeiten

Wie kann ich mir eine Therapie mit EMI vorstellen?

  • In einem Anamnese-Gespräch wird geklärt, an welcher Erinnerung gearbeitet werden soll und ob EMI hier die richtige Therapieform ist. Oft gehen noch Stabilisierungs- und Ressourcenarbeit voraus, ehe mit der EMI-Therapie begonnen werden kann
  • Dann finden Klient und Therapeut zusammen Schlüsselwörter oder Sätze, mit denen die Erinnerung an das belastende Geschehen aktiviert werden können
  • Der eigentliche EMI-Prozeß besteht aus 20 unterschiedlichen langsamen (!) Augenbewegungen die vom Therapeuten angeleitet werden.  Gleichzeitig wird der Klient über Schlüsselwörter in die traumatischen Erinnerungen begleitet. Dadurch werden Erinnerungsteile aktiviert, die sich sowohl als Gefühl, Gedanke, Bild- oder Körpererinnerung zeigen
  • Hiermit können die traumatischen Erinnerungen integriert werden und so ihre leidvollen Folgen gelindert, oft sogar ganz geheilt werden
  • Nach einer EMI-Sitzung sollten Sie sich Ruhe gönnen und sich möglichst zwei Wochen lang keinen größeren Stressituationen aussetzen. So lange ist das Gehirn damit beschäftigt, die alte belastende Erfahrung neu zu sortieren um sie dann als verarbeitet im Langzeitgedächtnis abzulegen

Wissenswertes über EMI

EMI steht für „Eye Movement Integration“ und wurde 1989 von Steve und Connaire Andreas entwickelt. 1993 wurde EMI von der Kanadierin Danie Beaulieu in eine umfassende therapeutische Methode weiterentwickelt.

Die Wirksamkeit ist klinisch-wissenschaftlich erwiesen. Mit EMI lassen sich nach einer Behandlung bis zu 48 Prozent der Symptome verändern, nach zwei Behandlungen gibt es bis zu 78 Prozent Veränderung in den Symptomen.

Jede traumatische Erfahrung bahnt sich im Gehirn einerseits durch Wahrnehmungen wie Geruch und Geschmack, durch Sehen und Hören sowie durch Körperempfindungen einen Weg. Im Gegensatz zu EMDR hat EMI einen so genannten multisensorischen Ansatz, das heißt hier werden alle Sinneserfahrungen mit integriert, also auch alles was gerochen wurde, gehört, im Körper wahrgenommen, alle Gesten, Gesichtsausdrücke, Atemmuster usw.

Integration bedeutet dabei, daß – anders als bei belastenden Erinnerungen – die Erinnerungen zwar noch präsent sind, aber eher als etwas aus der Vergangenheit, das das Leben jetzt nicht mehr entscheidend belastet, sondern einfach zum Erfahrungsschatz gehört, auch wenn es einst ein schreckliches Erlebnis war.

Der Wirkmechanismus der Methode ist, daß durch die Augenbewegungen wie „in einer zweiten Chance“ biologische neuronale Prozesse im Gehirn unterstützt werden, die in der einstigen traumatischen Erfahrungen nicht oder nur unzureichend abgelaufen sind.

Daß traumatische Erfahrungen im Gehirn anders verarbeitet werden als alltägliche Erfahrungen oder alltägliches Lernen ist mittlerweile neurophysiologisch belegt und anatomisch nachvollziehbar. EMI (wie auch EMDR) nutzt Augenbewegungen um nicht verarbeitete Informationen aus der traumatischen Erfahrung nachzuverarbeiten. Ein Vorgang, der dem Gehirn vertraut ist, denn auch im Schlaf werden Augenbewegungen durchgeführt, die auch zur Verarbeitung der Erlebnisse des Tages beitragen. Insofern kann man bei EMI von einer Neuro-Therapie, also von einer „Physiotherapie für das Gehirn“ sprechen.

In dieser Integration werden auch mögliche Ängste, Vermeidungsverhalten, Flash Backs, Suizidgedanken, Konzentrationsstörungen und viele weitere bekannte Symptome bei Traumatisierungen erfolgreich bewältigt.

Alle Folgen solcher Traumatisierungen und Erinnerungen lassen sich mit EMI gut behandeln. Je nach den individuellen Verhältnissen müssen aber nach der Integration traumatischer Erfahrungen möglicherweise neue Strategien erlernt werden, mit dem Leben umzugehen, und es ist eventuell weitere psychotherapeutische Unterstützung notwendig