Entwicklungstrauma
Entwicklungstrauma – tiefe Verletzungen der frühen Entwicklung heilen
Entwicklungstrauma kann entstehen, wenn wir in der frühen Kindheit nicht die emotionalen und sozialen Bedingungen erfahren, die wir für eine gesunde Entwicklung brauchen. Das können wiederholte Erfahrungen von Ablehnung, Vernachlässigung, Überforderung oder instabilen Beziehungen sein, die unser inneres Sicherheitssystem dauerhaft beeinträchtigen können.
Diese frühen Verletzungen können beeinflussen, wie wir uns selbst sehen, wie wir mit Stress umgehen und wie wir Beziehungen gestalten. Entwicklungstrauma kann sich durch tief sitzende Ängste, Selbstzweifel, Schwierigkeiten mit Nähe und Abgrenzung oder immer wiederkehrende emotionale Überforderung bemerkbar machen.
Welche frühen Erfahrungen können eine Rolle spielen?
Bei einem Entwicklungstrauma geht es um belastende Erfahrungen während früher Entwicklungsphasen. Zu den biografischen Erfahrungen und Umständen, die wir dabei individuell betrachten können, gehören unter anderem:
- frühkindliche Vernachlässigung
- belastende Erfahrungen vor oder während der Geburt
- der Verlust eines Zwillings im Mutterleib oder bei der Geburt
- eine von der Mutter traumatisch erlebte Geburt, wenn deren Folgen die frühe Beziehung zu ihrem Kind belasten
- Frühgeburt und belastende Erfahrungen während einer intensivmedizinischen Versorgung
- ein Abtreibungsversuch
- die mütterliche Beschäftigung mit einem Schwangerschaftsabbruch als Teil der damaligen familiären und emotionalen Situation
- unzureichende Versorgung grundlegender körperlicher, emotionaler und entwicklungsbezogener Bedürfnisse
- frühe Trennung von den Eltern beziehungsweise der Mutter, beispielsweise durch einen Krankenhausaufenthalt
Nicht jede dieser Erfahrungen führt zu einer Traumatisierung. Welche Bedeutung sie für einen Menschen haben, betrachten wir individuell anhand seiner Lebensgeschichte, seines heutigen Erlebens und seiner Beschwerden. Auch die damaligen Umstände, vorhandene Unterstützung und verlässliche Zuwendung spielen eine Rolle. Symptome allein beweisen keine bestimmte Ursache.
Frühe Trennungserfahrungen können als tiefer Beziehungsabbruch erlebt werden. Bei manchen Menschen können sie zu späteren starken Reaktionen auf Verluste, Abschiede oder Trennungen beitragen.
Derart frühe Erfahrungen werden häufig nicht bewusst erinnert. Manchmal erfährt man davon durch Erzählungen oder vorhandene Unterlagen. Manche Menschen spüren zunächst nur eine Vermutung oder ein intuitives Gefühl für einen möglichen Zusammenhang. Das darf in der therapeutischen Arbeit angesprochen werden, ohne es bereits als Beleg für ein bestimmtes Ereignis zu verstehen.
Auch wenn keine bewussten Erinnerungen, Bilder oder ein gefühlsmäßiger Zugang vorhanden sind, können wir mit dem heutigen Erleben arbeiten. Mögliche Schwierigkeiten im Zusammenhang mit frühen Belastungen sind unter anderem:
- tiefe Gefühle von Frustration, Resignation, Angst und/oder Aggression
- intensive, existenziell empfundene Reaktionen auf Verluste, Trennungen und Abschiede
- eine erhöhte Empfindlichkeit für Signale möglicher Ablehnung, während positive Signale von Zuwendung und Zugehörigkeit weniger wahrgenommen werden
- der Schmerz einer tiefen, ungestillten Sehnsucht
- Schwierigkeiten, gut für sich selbst zu sorgen und befriedigende Beziehungen zu leben
Diese Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Gemeinsam schauen wir darauf, welche Zusammenhänge für Sie nachvollziehbar sind und was Ihnen heute hilft, sich sicherer, verbundener und innerlich freier zu fühlen.
Entwicklungstraumata brauchen eine spezielle Form der Traumatherapie. Ich arbeite hier sehr gerne mit diesen Techniken:
- IKR – „Inneres Kind Retten – In meiner Beschreibung über diesen Link ist der Therapieablauf für die Anwendungen im Entwicklungstrauma-Bereich nicht explizit aufgeführt, IKR eignet sich aber hervorragend für diese Arbeit!
- Pesso-Therapie, eine Traumatherapie zur „Nach-Beelterung“ von nicht erlebten grundlegenden Erfahrungen
- und der Metamorphischen Methode, eine Methode die ich gerne bei vorgeburtlichen Traumata einsetze
Für wen ist dieses Angebot geeignet?
Diese spezifischen Traumatherapien helfen besonders Menschen, die
- spüren, dass alte, ungelöste Erfahrungen aus der Kindheit ihr heutiges Erleben prägen
- immer wieder in emotionalen Mustern und Verhaltensweisen feststecken, die sie belasten
- sich innerlich nicht sicher oder stabil fühlen, obwohl äußerlich alles „normal“ erscheint
- Schwierigkeiten haben, sich selbst zu vertrauen oder gesunde Beziehungen aufzubauen
- erleben, dass Stress und emotionale Belastungen sie oft überwältigen
- eine nachhaltige Veränderung ihrer emotionalen Stabilität suchen
Häufig gestellte Fragen
Meine Kindheit war für mich lange „normal“. Können mich Erfahrungen daraus trotzdem belasten?
Ja. Was wir als Kinder erleben, ist zunächst unsere vertraute Welt. Manchmal erkennen wir erst als Erwachsene, dass wichtige Bedürfnisse nach Schutz, Zuwendung oder Verlässlichkeit zu wenig Raum hatten. Gemeinsam schauen wir, welche Erfahrungen Sie geprägt haben und was Sie heute verändern möchten.
Kann ich auch ohne konkrete Erinnerungen Unterstützung bekommen?
Ja. Sie müssen keine konkreten Erinnerungen an Ihre frühe Kindheit haben. Wir arbeiten mit den Gefühlen, Reaktionen und Beziehungsmustern, die Sie heute belasten. Dabei müssen wir keine Erinnerungen herstellen oder bestimmte frühere Ereignisse voraussetzen.
Wie lange dauert die Begleitung?
Das bestimmen Sie nach Ihrem individuellen Bedarf. Manchmal reichen wenige Termine, oft ist eine längere Begleitung sinnvoll.
Machen Sie den ersten Schritt
Wenn Sie spüren, dass frühkindliche Verletzungen Ihr Leben belasten, und Sie Unterstützung suchen, um emotional stabiler zu werden und sich freier zu fühlen, freue ich mich auf Ihre Kontaktaufnahme, schreiben Sie mir dafür gerne eine E-Mail oder sprechen Sie mich persönlich unter 06252 – 674 880.