Pesso – Therapie

Was ist die Pesso-Therapie bzw. Pesso-Byoden-System-Psychomotor (PBSP)?

Pesso-Therapie ist eine Traumatherapie, die ihre Ausrichtung auf Entwicklungstrauma hat. Das sind die Folgen aus Mangelerfahrungen der frühen Kindheit.

Pesso – Therapie arbeitet mit Symbolen oder mit heilenden Imaginationen.

Auswahl meiner Anwendungserfahrungen:

  • Folgen von entwicklungsgeschichtlichen Defiziten
  • Verletzungen oder Traumata durch die Ursprungsfamilie
  • Lücken im System der Ursprungsfamilie
  • Befriedigung der Grund-Entwicklungsbedürfnisse erlebbar machen durch das Entwerfen von heilenden Alternativen zu den prägenden frühen Erfahrungen, um damit neue emotionale Erfahrungen zu machen

Wie kann ich mir eine Therapie mit der Pesso-Therapie vorstellen?

Erfüllte Grund-Entwicklingsbedürfnisse im Rahmen der Pesso-Therapie sind:

  • „Platz“ -> „Mein Platz ist sicher, ich darf mir Platz nehmen für mein Sein“
  • „Nahrung“ -> „Ich bin innerlich satt und zufrieden, ich fühle mich in guter Weise wohl“
  • „Unterstützung -> „Ich vertraue meinen Fähigkeiten, blicke vertrauensvoll auf die Lösung auch schwieriger Aufgaben“
  • „Schutz“ -> „Geborgenheit und Sicherheit, ich kann mich schützen und für meine Grenzen eintreten“
  • „Begrenzung“ -> „Ich habe eine realistische Einschätzung meiner Kräfte und Grenzen  – und ich vertraue dem Leben, Befriedigung finden zu können“

Wenn hier Defizite in den Erfahrungen bzw. im heutigen Erleben sind, dann erfolgt bei einer Pesso-Therapie die Sitzung meist in vier Abschnitten:

Ausgangspunkt ist die Gegenwartssituation des Klienten, die „Wahre Szene“.

Dann werden Zusammenhänge mit der Vergangenheit aufgespürt, was zur „Historischen Szene“ führt.

Ab da beginnt die Arbeit, ein neues hypothetisches Gedächtnis zu kreieren – eine Art Gegenmittel zu den nicht befriedigten Grund- und Entwicklungsbedürfnissen in der Kindheit, um von dort aus „neue Perspektiven“ ins Auge zu fassen.

Der erwachsene Klient bekommt die Möglichkeit, für das „fühlende Kind“ in ihm „heilende Gegenbilder“ zu entwerfen. Er erhält eine stimmige Antwort auf die Bedürfnisse von damals.

Die korrigierende Erfahrung erfolgt symbolisch in der Vergangenheit. Die gefühlte Vorstellung, von der richtigen Person zur richtigen Zeit in der Kindheit das zu bekommen, was man gebraucht hätte, schafft neue körperbasierte Erinnerungen und löst alte Muster und schmerzliche Defiziterfahrungen.

Die neu entworfene, hypothetische Vergangenheit wird auf der körperlich-emotionalen Ebene verankert, so daß sie wieder und wieder erinnert werden kann.

Wissenswertes über die Pesso-Therapie:

Die Pesso-Therapie wurde von Albert Pesso und seiner Frau Diane Boyden-Pesso entwickelt. In ihrem amerikanischen Heimatland ist dafür auch die Bezeichnung „Pesso Boyden System Psychomotor“ (PBSP) üblich.

Albert Pesso galt als einer der Pioniere der Körpertherapie. Seine Methode verfolgt einen eigenen ganzheitlichen Ansatz, die auch Elemente analytischer, kognitiver, humanistischer und systemischer Psychotherapie umfasst.

Die Pesso-Therapie ist eine gut strukturierte und strukturierende Therapiemethode, die mit vielen, genau durchdachten Ritualen versehen ist. Sie nutzt mit seinen Imaginationen die Tatsache, daß die gleichen Hirnstrukturen aktiv sind, wenn man sich an Vergangenes erinnert oder sich in der Gegenwart eine heilende Vorstellung macht. Dies ermöglicht, daß vergangene Erfahrungen und gezielt imaginierte Vorstellungen zusammen eine neue Wirklichkeit schaffen können.

Das Behandlungskonzept wurde von der amerikanischen Gesellschaft für Körpertherapie USABP (United States Association for Body Psychotherapy) mit dem „Lifetime Achievement Award“ ausgezeichnet.